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Behinderung, Medien und Schule

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„Der Neue Tag“ 25. 7. 2000
Auf den Rollstuhl angewiesen
Stefan Schmölz wirbt bei Schülern um Verständnis für Behinderte

Weiden. (os) Mit elf Jahren bekam er Gleichgewichtsstörungen. Häufiges Stolpern machte ihn zum verspotteten Tollpatsch. Bald war er gelegentlich, als 20-Jähriger für immer auf den Rollstuhl angewiesen. Heute weiß der in München lebende 27-jährige Stefan Schmölz, dass er an einer seltenen, kaum erforschten Erbkrankheit leidet. Therapieansätze gibt es und Krankengymnastik, aber noch keine Medikamente. Und die Krankheit, die Stefan mit erstaunlichem Lebensmut erträgt, schreitet fort. Ein hartes Schicksal: lebenslänglich auf den Rollstuhl angewiesen, aber ein Schicksal, das - aus den unterschiedlichsten Ursachen - jeden treffen kann.
Stefan Schmölz sprach vor Mittelstufenschülern des Kepler-Gymnasiums zum Thema „Behinderung". Er steht im Dienst der „Arbeitsgemeinschaft Behinderter in den Medien", die mit ausgesuchten Filmen und anschließenden Diskussionen zu einem objektiven Bild über Behinderungen der unterschiedlichsten Art beitragen will. Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft gehen bewusst in Schulen. Jugendliche sollen so behinderte Menschen und deren Alltag zwanglos kennen lernen und deren Anderssein akzeptieren.
Stefan Schmölz zeigte unter anderem den halbstündigen Film „Leben und Werk des Mark O'Brien". Dieser erkrankte mit sechs Jahren an Polio und lebte dann über vierzig Jahre in Kalifornien in einer „Eisernen Lunge". Nur selten konnte er kurz die Maschine verlassen. Unter deprimierenden Umständen, bis zum Hals in dem Gerät, bediente er mit seinem Mund über ein Stäbchen eine Schreibmaschine. Dennoch wurde er ein bedeutender Journalist und Schriftsteller. Der Film vermittelte Einblicke in seine Probleme mit Betreuern, Mitmenschen und mit der Sexualität und Gott.
Einige Aussagen des Films vertiefte Stefan Schmölz im Gespräch mit den Schülern. Ein weiterer Film, aufgenommen fürs Fernsehen mit einer versteckten Kamera, zeigt ihn selbst im Rollstuhl bei Alltagssituationen: Im Straßenverkehr, beim Telefonieren und an Rolltreppen ist er auf fremde Hilfe angewiesen. Die Hilfsbereitschaft der Mitmenschen war groß, aber keineswegs für jeden selbstverständlich. Der Organisator dieses Projekts, Oberstudienrat Veit Wagner, bedankte sich sehr herzlich bei Stefan Schmölz und seinem Begleiter.