Das Projekt

Anleitung

Kurze Filme

Lange Filme

Bestellung

Mail

Home

b j e k t i v

Behinderung, Medien und Schule

Überschrift Das Projekt
 
 
 

Oberpfälzer Nachrichten 22. 7. 2000
Leben mit Behinderung
Arbeitsgruppe stellt am Kepler-Gymnasium Projekt vor

WEIDEN (hne). Die „Arbeitsgemeinschaft Behinderte in den Medien" stellte am Freitag im Kepler--Gymnasium ihr Projekt „Objektiv - Filme zum Thema Behinderung im Unterricht" vor.
Als Referenten kamen Stefan Schmölz, selbst Behinderter im Rollstuhl, und sein Begleiter Rolf Sterzinger. Zu Beginn der Veranstaltung führten sie den Film - „The Life and Work of Mark O'Brien" vor. Der Film erhielt 1997 einen Oscar für den besten Dokumentarfilm. Aus der Perspektive des Dichters und Journalisten Mark O'Brien, der seit 40 Jahren wegen Kinderlähmung auf eine „eiserne Lunge" angewiesen ist, wird ein Einblick in die Realität eines Lebens mit schwerster Behinderung gegeben. Im Anschluss an die Vorführung diskutierte Schmölz mit den interessierten Schülern der 8. und 9. Klassen. Die Diskussion befasste sich vor allem mit alltäglichen Problemen Behinderter im Alltag. Schwierigkeiten gibt es bei der Wohnungssuche, in der Schule oder einfach mit der Akzeptanz in der Gesellschaft. Schmölz, seit
längerem aktiv in der „Arbeitsgemeinschaft Behinderter in den Medien" tätig, ist seit acht Jahren, aufgrund der seltenen Nervenkrankheit „Friedreichsche Ataxie" an den Rollstuhl gefesselt. Er unterstützt das Projekt „Objektiv", das seit 15 Jahren mit Fernsehfilmen die klischeehafte und mit Vorurteilen beladene Darstellung behinderter Menschen hinterfragt. Kernpunkt des Konzepts ist eine gleichberechtigte Zusammenarbeit von Beschäftigten der Medien mit Betroffenen und ihren Angehörigen.
Außerdem wurde ein Filmbeitrag des Magazins „taff“ gezeigt. Schmölz fungierte hier als Testperson, um die Hilfsbereitschaft unserer Gesellschaft auf offener Straße zu überprüfen. Trotz eines positiven Ergebnisses gab es genug Menschen, die sich gegenüber Behinderten gleichgültig verhielten. Das Projekt der Arbeitsgemeinschaft wird vom bayerischen Sozialministerium unterstützt und erhielt erstaunlich gute Resonanz. Zum Abschluss stellte Schmölz seinen Rollstuhl zur Verfügung und einige Schüler erkannten, dass „Rollstuhl fahren" gar nicht so einfach ist.

Oberpfälzer Nachrichten