Leben mit Behinderung
Arbeitsgruppe stellt am Kepler-Gymnasium Projekt vor
WEIDEN (hne). Die „Arbeitsgemeinschaft Behinderte in den Medien" stellte
am Freitag im Kepler--Gymnasium ihr Projekt „Objektiv - Filme zum Thema
Behinderung im Unterricht" vor.
Als Referenten kamen Stefan Schmölz, selbst Behinderter im Rollstuhl,
und sein Begleiter Rolf Sterzinger. Zu Beginn der Veranstaltung führten
sie den Film - „The Life and Work of Mark O'Brien" vor. Der Film erhielt
1997 einen Oscar für den besten Dokumentarfilm. Aus der Perspektive
des Dichters und Journalisten Mark O'Brien, der seit 40 Jahren wegen Kinderlähmung
auf eine „eiserne Lunge" angewiesen ist, wird ein Einblick in die Realität
eines Lebens mit schwerster Behinderung gegeben. Im Anschluss an die Vorführung
diskutierte Schmölz mit den interessierten Schülern der 8. und
9. Klassen. Die Diskussion befasste sich vor allem mit alltäglichen
Problemen Behinderter im Alltag. Schwierigkeiten gibt es bei der Wohnungssuche,
in der Schule oder einfach mit der Akzeptanz in der Gesellschaft. Schmölz,
seit
längerem aktiv in der „Arbeitsgemeinschaft Behinderter in den
Medien" tätig, ist seit acht Jahren, aufgrund der seltenen Nervenkrankheit
„Friedreichsche Ataxie" an den Rollstuhl gefesselt. Er unterstützt
das Projekt „Objektiv", das seit 15 Jahren mit Fernsehfilmen die klischeehafte
und mit Vorurteilen beladene Darstellung behinderter Menschen hinterfragt.
Kernpunkt des Konzepts ist eine gleichberechtigte Zusammenarbeit von Beschäftigten
der Medien mit Betroffenen und ihren Angehörigen.
Außerdem wurde ein Filmbeitrag des Magazins „taff“ gezeigt. Schmölz
fungierte hier als Testperson, um die Hilfsbereitschaft unserer Gesellschaft
auf offener Straße zu überprüfen. Trotz eines positiven
Ergebnisses gab es genug Menschen, die sich gegenüber Behinderten
gleichgültig verhielten. Das Projekt der Arbeitsgemeinschaft wird
vom bayerischen Sozialministerium unterstützt und erhielt erstaunlich
gute Resonanz. Zum Abschluss stellte Schmölz seinen Rollstuhl zur
Verfügung und einige Schüler erkannten, dass „Rollstuhl fahren"
gar nicht so einfach ist. |
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