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Behinderung, Medien und Schule

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Coburger Zeitung
„Was soll man mit so einem anfangen?"
Projekttage am Gymnasium Casimirianum zum Umgang mit behinderten Menschen

COBURG. Die Emil Bulls, drei leidenschaftliche Basketballspieler, Gymnasium Coburgfinden einen Rollstuhl und veranstalten damit ein Wettrennen. Doch das Abenteuer geht gehörig schief: Sie rasen damit in einen Rollstuhlfahrer, einem Jungen in ihrem Alter, der zu Boden stürzt.
Aus Schuldbewußtsein besuchen sie ihn daraufhin zu Hause. Bald stellt sich heraus daß auch er ein begeisterter Basketballspieler war. Doch bevor diese ungeahnte Gemeinsamkeit die Grundlage für eine Freundschaft werden kann, gibt es eine Menge Konflikte unter den vier Jungen. Sie drehen sich fast alle darum, was man mit einem Behinderten anfangen soll.
Diese Handlung liegt dem Kurzfilm „Die Emil Bulls" zugrunde, der Schülerinnen und Schüler der Mittelstufe des Gymnasiums Casimirianum Einblick in die Lage behinderter Menschen geben sollte. Gerade der Film ist mit den Identifikationsmöglichkeiten, die er bietet, für Kinder und Jugendliche besonders gut geeignet, Vorurteile und diskriminierendes Verhalten gegenüber behinderten Menschen möglichst früh abzubauen. Vor allem aber öffnet die persönliche Begegnung mit behinderten Menschen den Schülern die Augen für die Verschiedenheiten der Menschen und hilft den Jugendlichen, eine Einstellung zu entwickeln, die von Achtung und Toleranz getragen wird.
In Zusammenarbeit mit der „Arbeitsgemeinschaft Behinderte in den Medien e.V." wurde am Casimirianum für die Unter- und Mittelstufe eine Veranstaltungsreihe initiiert, die durch Gespräche mit Betroffenen die Schülerinnen und Schüler für die Lebenssituation behinderter Menschen in unserer Gesellschaft sensibilisieren sollte.
Die Arbeitsgemeinschaft leistet seit 15 Jahren mit Fernsehfilmen und in unterschiedlichen Projekten eine Arbeit zur Bewußtseinsbildung, die darauf abzielt, klischeehafte und vorurteilsbeladene Darstellungen behinderter Menschen zu hinterfragen und durch eine authentische; realitätsnahe Auseinandersetzung mit der Thematik zu ersetzen. In Zusammenarbeit mit dem Institut für Erziehungswissenschaften der Universität Innsbruck und der Aktion Behindertenhilfe, Nidum, führte die Arbeitsgemeinschaft ein Pilotprojekt durch, das mit Mitteln der Europäischen Kommission und der Stiftung für Bildung und Behindertenförderung unterstützt wird.
Zwei Mitarbeiter der „Arbeitsgemeinschaft Behinderte" aus München, Stefan Schmölz und Rolf Sterzinger, und aus Coburg Richard Franz, tauschten mit den Schülern ihre Erfahrungen aus. Sozialpädagoge Hans Sommer informierte über einzelne Formen von Behinderungen und half, Vorurteile zu überwinden. Zusammen mit dem Blinden- und Sehbehindertenverband Coburg gestalteten Schüler der Mittelstufe eine Ausstellung in der Pausenhalle.