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ALLES SCHROTT 

Dokumentarfilm, Deutschland, 1993, Farbe und s/w,                                  34 Min 

Der 41jährige Saarländer Werner Keller arbeitet in einer Werkstatt für Behinderte. In seiner Freizeit streift er mit der Fotokamera durch riesige stillgelegte Fabrikanlagen und Werkshallen, stets auf der Suche nach Motiven für seine Zeichnungen. Ehemals florierende Industriezentren sind zerstört und die Menschen arbeitslos. Viele flüchten in Fernsehkonsum und Alkohol. In einer dieser Familien ist Werner Keller aufgewachsen. Er erkrankte im Alter von drei Jahren an Gehirnhautentzündung, schaffte gerade noch die Schulzeit, mußte eine Lehre als Bauzeichner abbrechen. Mit Akribie zeichnet er nun den Niedergang einer Industriekultur und baut sich eine eigene Welt auf. Sein Umfeld versteht ihn nicht, Förderung gibt es nicht. Sein Werkstattmeister hat ihn in die Schublade „Behinderte“ gesteckt: „Als Behinderter ist der Werner wirklich überall einsetzbar, als Behinderter läßt der Werner nichts zu wünschen übrig.“ Am Ende des Films haben sich die Grenzen verschoben, weiß man nicht mehr, wer die Fähigkeit zur Artikualtion verloren hat: Werner Keller, der in seinen Bildern eine eigene Sprache findet, oder seine Eltern, Nachbarn und Kollegen, die trotz vieler Worte sprachlos sind. 
 

Regie: Thomas Koerner 
Produktion: Arbeitsgemeinschaft Behinderte in den Medien 


StichwortGeistig Behinderte / Kunst                                 Empfohlen ab 16 Jahren