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SINN LOS 

Dokumentarfilm, Deutschland, 1994, Farbe,                                             21 Min 

Helge arbeitet als Masseur in einem Krankenhaus. Er fährt jeden Morgen mit dem Taxi zur Arbeit. Wenn er den Kaffee für die Kollegen aufgesetzt hat, hört er meist noch etwas Radio. Er legt die Fingerspitzen auf die Membran des altersschwachen Radios und sucht einen Sender, der Musik spielt. Baßbetonte Musik ist ihm am liebsten. „Sinn Los“ ist die dokumentarische Alltagsbeobachtung eines taub-blinden jungen Mannes. Er kompensiert das Fehlen von Bild- und Ton-Eindrücken durch seine ihm verbliebenen Sinnesorgane. Riechen, Tasten, selbsterlebte Körperbewegungen, Temperaturunterschiede oder Wind auf der Haut bekommen so ihre besondere Bedeutung. 

„Dem Thema naheliegend, hätte ich einen Film ohne Bild und Ton produzieren müssen. Die meisten Menschen glauben, daß ein Taub-Blinder so die Welt wahrnimmt. Aber dies wäre ein Trugschluß, da der taub-blinde Mensch in seiner Phantasie Bilder sieht und Töne hört. (...) Desweiteren wollte ich zeigen, daß ein Taub-Blinder, trotz seiner starken Behinderung, mit den ihm verbliebenen Sinnesorganen, im Alltag zurecht kommen kann und sehr wohl auch glückliche Momente hat. Das eigentliche Problem ist nicht, daß er nichts hört und nichts sieht, sondern die pure Einsamkeit, die er täglich verspürt und die durch die Unfähigkeit seiner Mitmenschen zustande kommt.“ (Karin Malwitz) 

Der Film erhielt bei den Oberhausener Kurzfilmtagen 1995 den Preis der Filmkritiker für den besten deutschen Kurzfilm. 
 

Regie und Produktion: Karin Malwitz 



StichwortTaubblinde                                                         Empfohlen ab 14 Jahren